da!:DESIGNAKADEMIE on Tour
„... der absolute Urknall!“.
Ein schriller Ton durch Handy, Wecker oder Mutti weckte uns mitten in der REM-Phase dieser Nacht. Müdigkeitsverseucht wurden die letzten Sachen gepackt, natürlich viel zu viel für nur 2 Tage, aber man weiß ja nie: Wirbelstürme, Hochwasser, Aschewolke... und „schwupps“ steckt man fest. Dann machten wir uns auf den Weg zur Schule oder ggf. zum Bahnhof, währenddessen sich die ersten quälenden Gedanken breit machten: „Hab ich das Licht aus gemacht?“ oder „Ist der Herd aus?“
So oder so ähnlich sah wohl der Dienstagmorgen des 27.04.2010 bei den meisten von uns aus. Trotz dessen waren alle voller Motivation pünktlich im Bus und es ging schließlich nach Halle, der ersten Station auf unserer Reise. Während unser Busfahrer Manfred die übliche, umfassende Einweisung zum Thema Sauberkeit im Bus gab, schlummerten die ersten schon wieder friedlich in ihren zurückgeklappten Sitzen, andere packten umgehend ihre fein säuberlich geschnürten Lunchpakete aus.
Nach einigen Stunden Fahrt und einer ausgiebigen McDonalds Pause kamen wir schließlich in Halle bzw. an der Moritzburg an. Nun hieß es aussteigen und verrutschte Körperteile wieder in Position bringen. Dann wurde sofort die eindrucksvolle, spätmittelalterliche Burganlage in Augenschein genommen. Diese, welche im 19. Jahrhundert für die Erzbischöfe Magdeburgs errichtet wurde, beherbergt heute vor allem ein umfassendes Kunstmuseum.
Somit „stürmten“ wir die Burg und bekamen nach einem mehr oder wenig kurzen Toilettenintermezzo, eine beeindruckende Ausstellung geboten. Wir begegneten u.a. Werken von Klimt, Munch, sowie Gelinger und der Künstlergruppe „Brücke“. Auch gab es Lyonel Feiningers Halle-Serie zu sehen, welche gesondert zusammengefasst wurde. Seine Bildmotive suchte und fand er direkt in der Stadt, so ermöglichte uns ein fassadensprengendes Panoramafenster einen atemberaubenden Blick auf genau jene Motive im Stadtkern wie z.B. den Dom, die Marktkirche und den Roten Turm. Darüber hinaus wurde uns eindrucksvoll die architektonische Verschmelzung von Alt und Neu demonstriert, welche die Präsentationsform der Ausstellung unterstrich.
Beflügelt von dem eben Gesehenen machten sich anschließend einige von uns auf den Weg in die Innenstadt, um sich der weiteren Nahrungszufuhr zu widmen oder der historischen Architektur zu frönen.
Nachdem sich die Mittagssonne senkte, begaben wir uns wieder in unser komfortables Reisevehikel, wo Herr von der Lieth durch das Bordmegaphon sicher stellte, dass alle zumindest physisch anwesend waren. So steuerten wir mit ersten leichten Ermüdungserscheinungen die Messestadt Leipzig an. Dort erwartete uns Amazonien - das Zauberbild der Natur von Yadegar Asisis. Hierbei handelt es sich um ein faszinierendes 360° Panorama auf über 3.000 m² Bildfläche, welches im Leipziger Gasometer die perfekte Ausstellungsstätte fand.
Im „Panometer“ angekommen erhielten wir eine äußerst umfassende Führung zum Thema, welche sich an einigen Stellen etwas zu ausgiebig gestaltete. Unser Hörsinn wurde von Anfang an durch die Geräusche Amazoniens gelockt und somit wuchs der Wunsch das Panorama endlich zu sehen ins Maßlose. Nichtsdestotrotz waren die Führung und die Aufbereitung der Ausstellung grandios und fesselte uns ohne weiteres. Die 100 m lange und 30 m hohe Regenwald-Szenerie ist ein Meisterwerk welches Forschung und Kunst vereint.
Nach einem im Zeitraffer durchlebten Tag in Amazonien, machten wir uns erneut auf den Weg, um unser Schlafdomizil ausfindig zu machen. Die Gemüter erhitzen leicht, als wir uns der Innenstadt immer mehr entfernten und die letzten Einkaufmöglichkeiten Meilen weit weg erschienen. Doch schnelles Aufatmen, als die Durchsage durch den Bus dröhnte: „Neben der Jugendherberge, finden Sie einen Rewe!“. Der Abend war gerettet.
Nach dem wiedererwartend recht gut schmeckenden Abendessen, pilgerten die ersten in das besagte Kaufetablissement um sich mit Schokolade, Gummibärchen und anderen Nahrungsergänzungsmitteln einzudecken. Während des Abends fanden sich dann immer mehr von uns zusammen um eindeutig, zweideutige Scharade zu spielen. Durch diverse tränenreiche Lachanfälle und krampfende Bäuche kamen sich die Jahrgänge schließlich näher, was eine der schönsten Errungenschaften dieser Fahrt darstellte.
Am Morgen danach und einige Kaffees später machten wir uns mit einer halben Stunde Verspätung auf den Weg nach Dresden ins Hygienemuseum. Zugegeben waren die meisten von uns etwas irritiert was uns da genau erwarten würde, denn unsere Assoziationen reichten vom normalen Waschlappen über die musizierende Zahnbürste bis hin zum sprechenden Nasenhaarschneider.
Aber nix da, uns erwartete eine absolut faszinierende Ausstellung zum Thema: „Was ist schön?“. Dabei ging es um die kritische Auseinandersetzung mit dem damaligen und heutigen Schönheitsideal. Nicht nur das, auch bekamen wir eine exklusive Führung von Szenografin Maja-Lena Pastor, die uns einen wundervollen Einblick in ihr Gestaltungskonzept gewährte. Diese Ausstellung löste bei den meisten von uns pure Begeisterung aus und zählt zu den Highlights dieser Reise. Das Thema Schönheit spiegelte sich auch am Nachmittag direkt im sonnigen Antlitz der historischen Altstadt von Dresden wieder. So wurden der Zwinger, die Frauenkirche, das Brühlschen Terrassenufer und noch zahlreiche andere architektonische Meisterwerke beäugt.
Leider verging die Zeit in der Landeshauptstadt viel zu schnell, so dass wir überwältigt von Eindrücken und Informationen nur noch in unsere Sitze fielen um die Heimreise gen Norden anzutreten. Ein Resümee dieser Reise zu ziehen fällt recht leicht, denn um mit den Worten von Wiebke T. zu sprechen: „Die Fahrt war der absolute Urknall!“.
Auch die Klassendynamik konnte dieser Reise nur positive Aspekte abgewinnen. Natürlich gab es auch Dinge die etwas verbesserungswürdig waren, wie z.B. das Zeitmanagement, denn 3 Tage wären für die Masse an Informationen vielleicht förderlicher gewesen. Aber nichtsdestotrotz danken wir unseren Dozenten Frau Schilling, Frau Niedermauntel und Herrn von der Lieth, welche stets voller Einsatz ihre Schäfchen beieinander hielten. Wir haben in den 2 Tagen viel gesehen und erlebt, somit konnten wir unseren Erfahrungsschatz ausbauen und sind voller Vorfreude auf die nächste Exkursion.












